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Der Euro – Kraftprotz oder Kellerkind?

1:1 - manche Kritiker sehen den Euro bis auf einen Dollar abrutschen. Doch wäre diese Entwicklung wirklich dramatisch? Für manche deutschen Unternehmen ist ein schwacher Euro sogar attraktiv.
Schon einmal, knapp nach seiner Einführung ’99 gab es diese Parität. Damals intervenierten Notenbanken rund um den Globus mit Stützungskäufen um der Europa-Devise unter die Arme zu greifen – vergeblich. Der Euro rutschte weiter auf Rekordtief bei 0,8285 $. Damals war es vor allem ein hohes Maß an Unsicherheit, wie stabil die neue Währung sein wird, die den Euro unter Druck hielt.

Seinen anschließenden kometenhaften Aufstieg zwischen 2002 und 2005 macht der Euro streng genommen zum Profiteur eines immer schwächer werdenden Dollars - obwohl die US-Wirtschaft brummt wie lange nicht. Doch auch mit dem neuen Kraftprotz Euro können sich die Europäer nicht so recht anfreunden. Denn ein starker Euro verteuert Exporte. Das spüren zum Beispiel die deutschen Autobauer, die auf dem wichtigen US-Markt plötzlich hinterher fahren. Der Euro gibt hingegen weiter Gas wird auf ein Rekordhoch von 1,5974 $ gehievt.

Der große Sturz

Die globale Finanzkrise 2008 macht dem Jubel ein jähes Ende. Bankgiganten brechen zusammen, Finanzgiganten reagieren geschockt. „Dieser ganze Prozess ist besorgniserregender als alles, was ich bisher erlebt habe und ein Ende ist nicht abzusehen“, fasst der ehemaligen Notenbankchef Alan Greenspan zusammen. Der Euro purzelt mit, denn in der Krise kehren Anleger zu alten Verhaltensmustern zurück. Flüchten aus dem Newcomer Euro wieder in die alte Krisenwährung Dollar.

Griechenland bringt das Euro-Kartenhaus dann zum Einsturz. Zu viele Schulden - zu falsche Zahlen. Mit Griechenland wird der Euro erstmals massiv zum Spielball der Spekulation. Mitgegangen, mitgehangen. Eilig gespannte Rettungsschirme, Krisengipfel und milliardenschwere Hilfszusage sollen den Absturz bremsen - Rettung um jeden Preis.

Am schwachen Euro verdienen

Bislang ohne Erfolg. Für manche deutschen Unternehmen ist ein schwacher Euro sogar attraktiv, zum Beispiel für Airbus. Beim Flugzeugbauer fällt ein Großteil der Kosten in Euro an, die Einnahmen aber in Dollar. Ein schwacher Euro verbessert da die Wettbewerbssituation.

„Wir sehen im Moment eine exportgetriebene Konjunkturerholung“, analysiert Volker Treier vom Deutscher Industrie- und Handelskammertag. „Die Schwäche des Euro stärkt diese Erholung und dürfte im Jahresverlauf zu mehr Arbeitsplätzen in der Industrie und angrenzenden Branchen führen.“ Ein schwächerer Euro, ist er also wirklich so schlimm?

 
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